Harte Schale - weicher Kern



 
"Back from the woods", zurück aus dem Wald, gibt es neue Materialien - neue Aufgaben.
 
Der Workshop widmet sich dem Kern der Schalen bzw. Schalentragwerke, die  wir als Grundelemente für unsere Ideen und Entwürfe  verwenden werden.
 
Ihr, liebe StudentInnen, seid wieder gefordert euch in unterschiedlichsten Disziplinen der Architektur zu beweisen, um abschließend, nach fünf intensiven Tagen, die Schalen der Schale zu entfernen und sich des Erschaffenen zu erfreuen. Die Frage statisch (wie gesellschaftlich) ist, wie dünn kann die Schale sein und inwiefern kann ein weicher Kern dabei helfen?
 
Geplant ist es, sich der Materie zwei Tage "indoor" zu widmen, um im Anschluss "outdoor" die Schalungen der Entwürfe zu bauen, betonieren und improvisieren. (Achtung, dieser Workshop erfordert Furchtlosigkeit gegenüber Beton und Schmutz!)

 

UMSETZUNG

Workshop II - Harte Schale - weicher Kern

 

Indoor

Gespannt und neugierig wurde die Örtlichkeit des Seminarraumes in Besitz genommen, um dem weichen Kern der Aufgabenstellung auf den Grund zu gehen.
Die Idee und Vorgabe war es, ein Schalentragwerk zu entwickeln und theoretische Grundanforderungen für einzelne Teilbereiche zu erarbeiten. Letztendlich wurde - alles zusammenfließend - die Form der Vorstellungen verwirklicht und ein Objekt realisiert.




Konzeption

In der Konzeptionsphase wurde das Werkzeug Recherche bemüht um Anforderungen wie Bewehrung, Betonzusammensetzung, Detaillösungen, Formenbau, Bewehrungsbefestigung, Baustellen- und Ausführungskoordination in eine gemeinsame Wahrnehmung zu bringen. Ein weiteres wesentliches Element, um den Rechercheteil darauf anwenden zu können, waren Modellbau und Materialexperimente. Das modellhafte, skalierte Experimentieren zeigte unter der Anwendung des theoretisch erarbeiteten Wissens einen Weg für die Planung der Schale auf.




Planung I Umsetzung

Durch das sehr enge Zeitkorsett entschieden wir uns für einen Grundkörper aus OSB-Platten als Untergrund um darauf HDF-Platten als untere Schalebene zu applizieren. Die Anpassbarkeit über zwei Achsen überließen wir in der Planungsphase der Hoffnung es schaffen zu können und auch, um die Spannung über Gelingen oder Scheitern hoch zu halten. Es wurden Bedarfslisten für Werkzeuge sowie Material erstellt und die verbleibenden Tage hart und gnadenlos eingeteilt, „beplant“ und verkalkuliert.
An dieser Stelle eine herzliches Dankeschön an die Firma Leihmax – die uns großzügig und unkompliziert zu einem sehr gut verhandeltem Preis wunderbares Werkzeug zur Verfügung stellte!!



 

Outdoor

Mit wunderbarem Wetter beschenkt, wurde der Ort des Geschehens mit der nötigen Infrastruktur versehen und unterschiedliche Aufgabengebiete aufgeteilt. Bereiche für Planerstellung, Anzeichnen, Zuschnitt, Zusammenbau und Rekreation wurden ausgewiesen und bespielt.
 
Es gab freie Radikale, die keiner Gruppe im Detail angehörten – jedoch zum richtigen Zeitpunkt dritte Hand waren, einen anderen Blickwinkel oder aber auch mit Witz die Gruppe bereicherten. Die Gruppe organisierte sich selbst und übertraf nicht nur die selbst gesetzten Ziele punkto Umsetzung des Schalungsbaus, sondern durchbrach auch alle Zeitlimits.
 
Zeitgleich wurden Versuchsproben gegossen um sicherzustellen, dass die Zusammensetzung des Betons, Detaillösungen zur Fixierung von Bewehrung und Trennlage sowie die Einbringung in einem Arbeitsgang durch die Bewehrung hindurch funktionierten.

Vielen Dank auch an das Institut für Tragwerksentwurf, welches großzügig kohlefaserverstärkte Kunststoffbewehrungen (CFK) aus der aktuellen Forschung zu unserer freien Verfügung stellte!
 
Nach Fertigstellung der Schalung, geglückten Versuchen im Kleinen und mehrmaligem tiefem Durchatmen wurde die Mischmaschine aktiviert, die Rüttelflasche scharf gemacht, Spachtelwerkzeuge aller Art ergriffen und Aufstellung bezogen. Der Spannung war groß und alle Anwesenden der Streckgrenze nahe, als die erste Füllung eingebracht wurde und das Spektakel begann.
 
„Learning by doing“ bekam eine neue Dimension, als während des Betonierens hunderte neue Ideen und Optimierungen sofort in die Tat umgesetzt wurden.
 
Der Lohn war eine stoisch vor uns ruhende Form, die nichts von all den Erwartungen und Hoffnungen verriet die in ihr steckten. Die Zeit, die der Prozess der Hydratation erfordert, war lang und qualvoll und wurde mit Dokumentieren des Geschehenen verbracht.
 
Der Freitag zeigte nun das Ergebnis all unserer Anstrengungen und im Moment des Abhebens war gewiss –  die Schale steht frei und eigenständig! Operation „HARTE SCHALE WEICHER KERN“ gelungen – Grill an / Fe(i)[u]er frei!!


 
Allen Beteiligten ein großes Lob für Engagement und Einsatz – es war eine wunderbare Erfahrung mit Euch zu arbeiten –
vielen DANK!


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